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Gnadenzeit

Kriminalroman.

In den Allgäuer Alpen wird die Leiche einer jungen Frau aufgefunden. Für Hauptkommissar Bachhuber, der mit dem Fall betraut wird, und seine Kollegin Maria Sonnlaitner scheint der Fall bald klar zu sein. Doch dann beginnt eine Reise voller Überraschungen in das Umfeld und die Vergangenheit des Opfers.

Dabei lernen die Kommissare eine christliche Glaubensgemeinschaft kennen, die ihre Mitglieder in sektiererischer Endzeitpanik systematisch manipuliert und geistlich missbraucht. Durch die Tragödie geraten bei allen Beteiligten die Grundfesten ihrer Glaubensüberzeugungen ins Wanken. Für einige ist dies der Beginn einer heilsamen Entwicklung. Sie werden überrascht von der befreienden Kraft der Gnade ...
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  • Nr. 817027
  • · Klappenbroschur, 224 Seiten
  • · 08/2015
  • · Gerth Medien
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Jürgen Mette
Gnadenzeit (eBook)
Nr. 5517027
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  • „Heilsame christliche Botschaft verpackt in eine dramatische Kriminalgeschichte: Jürgen Mette zeichnet die Figuren seines Krimis "Gnadenzeit" mit starken Strichen und überraschenden Wendungen. Die gut recherchierten vielfältigen Schauplätze und die bestürzend genaue Schilderung der Mechanismen totalitär-religiöser Gruppierungen machen aus dieser Verbrecherjagd durch halb Europa ein komplexes Lesevergnügen.“ Professor Dr. Henning Freund, Marburger Institut für Religion und Psychotherapie, Evangelische Hochschule TABOR, Marburg
  • „Mord und Totschlag im Umfeld von Bibelstunde und christlicher Gemeinschaft - kann das gutgehen? Ja, wenn ein Kenner verschiedener frommer Milieus wie Jürgen Mette die Geschichte erzählt. Auch intensive Religiosität schützt nicht per se vor dem Bösen, manchmal hat sie sogar ihre ganz eigenen Abgründigkeiten. Bei allem Ernst kommen aber auch Humor und Barmherzigkeit nicht zu kurz.“ Prof. Dr. Thorsten Dietz, Dozent für Systematische Theologie an der Ev. Hochschule TABOR
  • „Zunächst war ich sehr skeptisch. Theologischer Krimi? Das kann nicht klappen. Und dann hat es mich in den Bann gezogen. Toll geschrieben, starke Story - das hätte ich wirklich nicht gedacht! Außerordentlich gut gelungen - fettes Kompliment! Wann wird der Spielfilm dazu produziert?“ Martin Nowak, TV-Produzent
  • „Grumbeersupp un Quetschekuche, Aniliner, die Langgass, ala hopp. Ich bin in Haßloch aufgewachsen und war begeistert von der großen Liebe und Treue des Autors zum Detail, durch die nicht nur mein "Großdorf", sondern die ganze Welt von Oberkommissar Bachhuber plastisch wird.“ Peter Neubauer, Bassist aus Haßloch
  • „Jürgen Mette ist ein begnadeter Prediger und ein glänzender Schriftsteller - sein neues Buch stellt es unter Beweis. Endlich mal wieder ein Krimi, dem beides gelingt: viel Spannung und theologischer Tiefgang.“ Dr. Arndt Schnepper, Theologe und Journalist
  • „Wer liest noch Kluftinger und "Milchgeld"? Spannung, Allgäuer Lokalkolorit - verbunden mit geistigem und geistlichen Tiefgang - das ist Jürgen Mettes christlicher, aber alles andere als langweiliger Krimi um den Oberkommissar Alois Bachhuber, der in diesem Roman im Sektenmilieu ermittelt. Ein Krimi mit hochaktueller Botschaft.“ Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann, Dozent für Syst. Theologie, Religionsphilosophie und Kulturhermeneutik
  • „Noch immer sind Krimis aus frommen Verlagen rare Artikel. Was der Theologe Jürgen Mette jetzt mit 'Gnadenzeit' vorlegt, ist mehr als 'nur' ein Kriminalroman. Auf 220 Seiten gelingt es Mette seine unterhaltsame und in weiten Teilen auch humorvoll erzählte Krimi-Story in eine theologisch tief gehende Aufarbeitung der Vielfalt unserer Gemeindelandschaft zu betten.“ Leserrezension
  • „Jürgen Mette hat einen Weg gefunden, Themen wie Gesetzlichkeit, Machtmissbrauch und geistlicher Missbrauch in feinfühliger, aber deutlicher Weise anzusprechen. Gleichzeitig ist das Buch eine Einladung zur "Freiheit der Kinder Gotte", die allein aus der Gnade und Vergebung möglich ist.“ Leserstimme
  • „Der Roman mit Handlungsfeldern in ganz Deutschland und halb Europa plus USA, bietet viel Dramatik, will aber schlussendlich zur befreienden Gnade hinführen.“ Hoffen und Handeln
  • „Ich finde "Gnadenzeit" stark, spannend und mutig - so spannend übrigens, dass ich es in einer Nacht durchgelesen habe. Am besten gefällt mir, wie die geistlichen Fragen einbezogen werden. Da wirkt nichts peinlich oder an den Haaren herbeigezogen.“ Jan Vering, Apollo-Theater Siegen
  • „Hier ist etwas gelungen, was aus dem üblichen Rahmen fällt. Nicht abgehoben, sondern mitten im Leben werden diese schrecklichen Schicksale bewundernswert detailgetreu beschrieben. Es gibt so viele Abhängigkeiten. In allen Organisationen, Kirchen, Gemeinden, am Arbeitsplatz, quer durch die Gesellschaft. Eigentlich ist dies ja ein Tabu. In christlichen Kreisen sollte alles in Ordnung sein. Aber auch da gibt esoft auch die dunklen Seiten.“ Siegfried Fietz, Komponist und Musiker
  • „Es ist dem Autor super gelungen ist, die Krimi-Handlung mit wichtigen Messages zu verbinden. Was mich dabei persönlich besonders angesprochen hat, war die Beschreibung von Lydias Religionslehrer als einen "entspannten und überzeugten Christen", der ein Grundvertrauen zur Bibel vermittelt und bei dem es trotzdem keine Denkverbote gibt. So ein Lehrer möchte ich auch gerne sein!“ Prof. Dr. Rüdiger Gebhardt, Rektor der CVJM Hochschule in Kassel
  • „Jürgen Mette kann großartig formulieren, Charaktere beschreiben und hat Humor. Er kennt die Abgründe im Leben und Herzen mancher perverser, entarteter "frommer" Fundamentalisten.“ Wolfgang Bühne, Verleger und Publizist

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S. Bohn, 20.08.2015

Jürgen Mette ist unter die Krimi-Autoren gegangen. Als Schauplatz hat er eine wunderschöne Ecke von Deutschland gewählt: Oberstdorf im Allgäu.

Kommissar Alois Bachhuber will sich einen gemütlichen Abend mit seiner Frau machen – da klingelt sein Handy. "Tote im Oytal gefunden". Vorbei mit der Gemütlichkeit!

Zusammen mit der Spurensicherung fährt Bachhuber ins Oytal und schaut sich die Sache an. Unfall oder Mord? Und wer ist diese Frau überhaupt? Ein Ausweis ist nicht vorhanden.

Die Ermittlungen führen in die Pfalz, zu einer sektenähnlichen Gemeinschaft. Doch bis der Schuldige gefunden und gefasst ist, gibt es diverse Irrungen und Wirrungen.

Jürgen Mette kann mit Sprache umgehen – das hat er ja längst bewiesen. Sein Schreibstil ist flüssig und nicht ohne Witz.

Dass er auch einen intelligenten und fesselnden Krimi schreiben kann, das hätte ich nicht erwartet.

Okay, er kommt nicht an Elizabeth George oder Hakan Nesser heran – aber das Buch ist wirklich spannend! Und hat zudem geistlichen Nährwert.

Bitte mehr davon, Herr Mette!

I. Hallies, 09.09.2015

Einen Krimi zu lesen und sich dabei so zu fühlen, als sei man mitten im Geschehen, dass ist nicht nur spannend sondern einfach toll. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, vor allem Oberstdorfkenner. Vielen Dank Jürgen Mette. Bitte weiter so.

ohne Angabe, 27.09.2015

Alois Bachhuber und seine Kollegin Maria Sonnlaitner müssen den Mord an einer jungen Frau aufklären. Alois, der Katholik, der mit seinem Glauben nicht viel am Hut hat. Seine Frau Hilde blickt da schon offener in die Welt: sie guckt Bibel-TV und mag Joyce Meyer. Maria ist in einer freien Gemeinde, versucht aber, an keiner Stelle zu bekehren, sondern lebt als Vorbild in dem Buch. Ein ungleiches Paar, was sehr gut harmoniert, zusammen ermittelt und zusammen passt.

 

Endlich gibt es Ermittler, die keine Ehe-, Alkohol- oder sonstwas für Probleme haben. Es kommt ganz ohne Gebrüll aus, ohne Schimpfwörter oder Vorwürfe an andere Ermittler. Manchmal schon fast zu harmonisch, wäre da der Mord nicht gewesen.

 

Cover: Die Berge passen, denn der Kriminalroman spielt in den Allgäuer Alpen. Jedes Kapitel wird wieder mit dem Cover eingeleitet. Das Wort "Gnadenzeit" ist erhoben und in silber.

 

Schreibstil: Jürgen Mette kommt ohne blutige Details aus. Hier sind die Handlungen wichtiger, der Umgang miteinander und die Botschaft, die in dem Buch steckt.

 

Wie reagieren wir? In dem Buch ist Aaron, der schwul ist. Da ist Käthe, die sich nach jahrelangem Glauben nun von Gott abwendet, weil Irrlehre ihren Glauben genommen hat. Die Entstehung von Splittergruppen, von Sekten, wird anschaulich beschrieben - und die Folgen, die daraus entstehen. Gerade für in solchen Kreisen geborene Kinder war und ist dieses fremdbestimmte Leben hart, und entweder stellen sie sich irgendwann dagegen, mit dem Wissen, die Familie und Freunde zu verlieren, oder sie wachsen als nächste Generation darin auf und geben alles so weiter. Theologisch ist das Buch sehr gut aufgebaut. Jürgen Mette verwendet keinen typisch christlichen Wortschatz, sondern eine überraschend direkte Sprache. Menschen werden in den Grundfesten ihrer Glaubens erschüttert und schaffen es, sich neu auf Gott einzulassen, zu vergeben und Vergebung zu erfahren. Denn über allem steht Gott mit seiner Gnade, um uns diese Gnadenzeit zu geben: die Zeit, die wir brauchen, um uns ihm wieder ganz zu zuwenden.

keine Angabe, 29.09.2015

„... Sein System Kirche funktionierte seit Menschengedenken verblüffend simpel: Leben und leben lassen, beichten und beten lassen, und dann das ganze von vorn ...“

 

Alois Bachhuber ist Hauptkommissar bei der Kripo in Kempten. Nach dem Abendbrot wird er ins Oytal gerufen. Dort hat man eine tote Frau gefunden.

Der Autor hat einen spannenden Kriminalroman geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Das liegt zum einen daran, dass sie aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, zum andern an der gekonnten Verknüpfung der Ermittlungsarbeit mit religiösen Aspekten.

Neben den Ermittlungen, die in Bayern und in der Pfalz stattfinden, kommt in wenigen Abschnitten Johannes Haupt zu Wort. Er hat den Mord beobachtet und wirft sich Versagen vor. Ein dritter Handlungsstrang blendet zurück in das Leben der Toten. Die junge Frau war in einer Endzeitsekte groß geworden und mit 18 Jahren eigene Wege gegangen.

Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Alois Bachhuber ist ein typischer Bayer oder wie seine Frau oft sagt, ein gestandenes Mannsbild. Er nimmt seinen Beruf ernst und führt im Gegensatz zu vielen Kommissaren eine harmonische Ehe. Gut gefällt mir, dass er nicht unfehlbar ist, sondern auch mal etwas übersieht. Seine Einstellung zur Religion bringt das obige Zitat auf den Punkt. Toleranz gehört zu seinen positiven Eigenschaften.

Das Buch besticht durch einen abwechslungsreichen und ausgefeilten Schriftstil. Sehr gut gefallen hat mir, dass die Protagonisten häufig Dialekt sprechen durften, auch wenn ich mich beim Lesen entsprechend konzentrieren musste. Alois fällt durch seinen trockenen Humor und kurze, prägnante Aussagen auf. Ganz anders wirken die Gespräche mit den Eltern der Toten. Hier bricht sich jahrelange Unterdrückung und Missachtung Bahn. Trauer ist gepaart mit großem Schuldbewusstsein. Die Psyche der Beteiligten wird im Gespräch ausgelotet, die Erkenntnis von Schuld und Fehlverhalten wird emotional gekonnt wiedergegeben. Dementsprechend ernst wirkt der Schriftstil. Gefühlvoll und behutsam versteht es Maria Sonnlaitner, eine in religiösen Fragen bewanderte Kollegin von Alois, auf die Befragten einzugehen. Der von ihr bearbeitete und vorgetragene Psalm war Balsam für die Betroffenen und für mich eine der schönsten Stellen des Buches.

Schuld und Sühne, Gericht, Gnade und Vergebung sind Themen, die im Buch konträr dargestellt werden. Die Auflösung des Falles bringt für alle Beteiligten auch neue Einsichten in Glaubensfragen. Die Reaktionen der Protagonisten sind sehr realitätsnah. Während einige sich völlig vom Glauben abwenden, gehen andere neue Wege, Wege der Gnade und der Liebe, nicht der Angst und der Unterdrückung.

Das Gedicht am Ende hat mich nachdenklich zurückgelassen.

Das dunkel gehaltene Cover passt, denn es symbolisiert die Finsternis eines Glaubens, der nur Schuld und nicht Gnade kennt.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es thematisiert in einer fesselnden und vielschichtigen Handlung Widersprüche unserer Zeit und wirbt für Toleranz und gegenseitige Achtung.

ohne Angabe, 30.09.2015

Der neue Kriminalroman aus der Feder von Jürgen Mette heißt „Gnadenzeit“.

Ein bisher unerforschtes Feld des Autors stellen Roman dar, doch dies bemerkt man hier nicht.

Mit viel Charme beschreibt er hier Abgründe des christlichen Glaubens. Bei einigen Textstellen musste man einfach schmunzeln oder auch mal „herzhaft“ lachen.

Der christliche Glaube ist ein weites Feld und dies wird in diesem Buch sehr deutlich. Es berichtet von freiem Glauben leben wollen bis hin zu fundamentalem Christsein.

 

Alles in allem ein Buch welches beim Lesen nicht langweilig wird. Spannend bleibt es bis zum Schluss. Die 222 Buchseiten erscheinen auf den ersten Blick etwas kurz, doch abschließend kann ich sagen: „In der Kürze liegt die Würze“.

ohne Angabe, 30.09.2015

Dieses Buch nahm ich mit der Erwartung in die Hand, den versprochenen christlichen Krimi zu lesen. Es begann auch ganz witzig, Kommissar Alois Bachhuber ist ein Oberstorfer Original, genau wie seine Frau Hilde. Dass manche Dialoge im Dialekt des Kleinwalsertals geführt wurden, gefiel mir ebenfalls. Es gab gleich zu Anfang eine Leiche ... also ein echter Krimi, sollte man meinen. Doch dann kam die Rückblende ins Leben der Ermordeten. Seitenweise theoretische Theologie wurde mit wenig Handlung umhüllt. Die Hintergrundgeschichte war zwar gruselig, eine Art christlicher Hinterhof-Sekte, die ihre Mitglieder kontrollieren wollte und deshalb jede Art von intellektueller Bildung verbot. Kein Studium für die "Lämmer" der Gemeinde, keine studierten Menschen in ihren Räumen. Die restlichen Personen, die im Buch vorkamen, waren mehr oder weniger gläubige Christen, die am Ende alle auf den rechten Weg zurückfanden. Gnadenzeit ... Tut mir leid, aber das ist für mich die sehr einseitige Beschreibung einer aus Sicht des Autors vielleicht wünschenswerten christlichen Parallelwelt. Selbst der Kommissar hatte zum Schluss Gefallen an Bibelstunden und ging regelmäßig dorthin. Mörder, Misshandler und Kinderprügeler fanden unter Tränen zurück zu Jesus. Einzig die aus der ehemaligen DDR ins christliche Allgäu zugezogene Larissa (ein in der DDR absolut nicht gebräuchlicher russischer Vorname) blieb ein hoffnungsloser Fall. Na ja, sie war nie getauft worden, für sie galt die Gnadenzeit wohl nicht ...

 

Ein paar Rechtschreib- und Zeitfehler sind mir aufgefallen, dazu etwas Verwirrung im zeitlichen Ablauf.

 

Zuviel erhobener Zeigefinger und Hinweis auf den wahren Glauben nahmen der Handlung des Krimis ihre Glaubwürdigkeit. Für meinen Geschmack sollte man Krimi und Christliche Belehrung trennen. Zwei Bücher wären in diesem Fall besser gewesen, als beides gemeinsam ins Weihwasserbecken zu werfen. Bei mir wird so schnell kein christlicher Krimi mehr im Bücherregal landen. Wobei, "Father Brown" fand ich cool.

 

Leider nur 2** und die Empfehlung, lieber einen anderen Krimi zu lesen. Und bei Bedarf die Bibel.

A. Kaufmann, 18.10.2015

„Noch ist Gnadenzeit. Noch ist Zeit zur Umkehr. Noch könnte er aus der Finsternis ans Licht treten, Gnade erleben, Amnestie zugesprochen bekommen. Er bräuchte nur 400 Meter hinuntersteigen und sich dem Gastwirt offenbaren. Ich bin der Zeuge. Ich kenne den Täter, und ich kenne das Opfer.“

 

Ein Mordzeuge, dessen Identität zu Beginn des Buches noch im Dunkeln liegt, hadert mit sich und seinem Gewissen. Es gibt Gründe, die ihn daran hindern, seine Beobachtung zu melden. Und so wird die Leiche der jungen Frau erst entdeckt, als der Täter längst über alle Berge ist. „Tote Frau im Oytal gefunden“. Dieser Anruf leitet für den Oberkommissar bei der Kripo Kempten das Ende eines gemütlichen Fernsehabends ein, bevor dieser überhaupt begonnen hatte. Alois Bachhuber aus Oberstdorf nimmt gemeinsam mit seinem Assistenten Sepp Brutscher die Ermittlungen in diesem Fall auf, wobei sich rasch herausstellt, dass die Polizei es mit einem Mord zu tun hat. Die Spuren führen zu einer Sekte, und die Kriminalbeamtin Maria Sonnlaitner als Expertin im kirchlichen Milieu ist durch ihre einfühlsame Befragung von Zeugen und Verdächtigen eine überaus wertvolle Hilfe. Als die Identität des Mordopfers geklärt ist und die Kriminalbeamten die Familie befragt, treffen sie auf ein beklemmendes Umfeld und aktive Unterstützer und Mitglieder des despotischen Sektenführers August Haupt. Je weiter die polizeilichen Ermittlungen fortschreiten, umso erschreckendere Dinge kommen ans Licht. Fassaden beginnen zu bröckeln, und was jahrelang im Untergrund schwelte, drängt nun mit einer Urgewalt zutage.

 

Ich muss zugeben, dass ich bislang nur wenige christliche Kriminalromane gelesen habe, und meine Erwartungshaltung hoch war. Der Einstieg in das Buch ist dem Autor zunächst vortrefflich gelungen, der einnehmende Schreibstil gepaart mit einer großen Portion Humor bereitete mir aufgrund der Aussagen des Ehepaars Bachhuber großes Lesevergnügen. Die bildhafte Sprache ließ die Schauplätze der Handlung vor meinem inneren Auge lebendig erscheinen, die relativ häufige Verwendung des regionalen Dialekts im Buch empfand ich als stimmig. Die Krimihandlung an sich hat mich jedoch ein wenig enttäuscht. Spuren werden eher oberflächlich verfolgt, Aussagen nicht überprüft, von Tatortspuren und näheren Details zu den Ermittlungen erfährt der interessierte Leser nur wenig. Der häufige Wechsel des Schauplatzes und der agierenden Personen war durch separate Kapitel gekennzeichnet, die ihrerseits jeweils durch eine ganzseitige Abbildung immer derselben Landschaft in Schwarz-Weiß klar vom vorangegangenen Inhalt getrennt wurden. Die Handlung wies einen sehr niedrigen Spannungsfaktor auf, die verdächtigen Personen offenbarten sich dem Leser sehr rasch, auch die Auflösung des Falls stellte für mich keine wirkliche Überraschung dar.

 

In diesem Buch wurde dem Glauben bzw. der Art und Weise, wie Menschen diesen ausleben, großes Augenmerk zuteil. Der psychologische Aspekt und die Geschichte um den despotischen Sektenführer August Haupt, der die kleine Versammlung in der Forstgasse leitete, lässt die Krimihandlung ein wenig in den Hintergrund treten. Bereits nach dem ersten Drittel des Buches konzentriert sich der Autor verstärkt auf die Vergangenheit des Opfers und das Umfeld, in dem es gelebt hatte. Relativ gut beschrieben wurde die Art und Weise, wie eine Sekte entstehen kann. Wie das Ansinnen einer seriösen Glaubensgemeinschaft, Menschen zu Jesus Christus führen zu wollen, gemeinsamen in der Bibel zu lesen und zu beten, die Kinder in Gottesfurcht zu erziehen und das Leben Gott zu weihen, ganz rasch aus dem Ruder geraten kann. Er zeigt auf, welche Umstände dazu führen, dass sich ein ungebildeter Laienprediger mit psychischen Problemen und einer radikalen Ideologie zum dominanten Sektenführer aufschwingen kann, zum Fanatiker wird und sich dabei selbst als das Maß aller Dinge betrachtet. Jürgen Mette verdeutlicht, wie eine kleine Glaubensgemeinschaft ihre Fassade der Rechtsgläubigkeit zur Schau stellt, hinter der sich jedoch Abgründe verbergen. Wo Kontrollwahn und körperliche Züchtigungen, psychologischer und körperlicher Missbrauch sowie eine radikale Abkehr von einem so genannten „saft- und kraftlosen anonymen Namenschristentum“ Kinderseelen wie auch erwachsene Menschen zu zerbrechen vermag. Ich hatte während der Lektüre den Eindruck, dass die Bibel als Basis des christlichen Glaubens in diesem Buch negativ dargestellt wird. Zwar kann man das Verhalten eines Jakob Weber oder eines August Haupt keinesfalls auch nur im Geringsten nachvollziehen oder gar gutheißen, dennoch vermeinte ich eine stets unterschwellig präsente Kritik an Menschen zu spüren, die die Bibel als Grundlage ihres Glaubens betrachten.

 

Mir ist die Bewertung dieses Buches schwer gefallen. Einerseits empfand ich die mit viel Humor gespickten Dialoge des Oberkommissars Bachhuber als erfrischend und amüsant. Andererseits fehlte es mir bei der Krimihandlung eindeutig an Spannung sowie an detaillierter Ermittlungsarbeit. Im Grunde nahm ich das Buch als Bericht über eine Sekte, bei dem das zentrale Augenmerk auf das Glaubensleben gelegt wird, wahr.

 

Die optische Aufmachung des Buches wirkt düster und bedrohlich – und zwar sowohl die tiefschwarze Covergestaltung, als auch die dreißig identischen schwarzen Buchseiten, die jedes der Kapitel einleiten. Ich vermute, dass hier danach getrachtet wurde, die negative Grundstimmung, die Dunkelheit, die Angst und Schrecken vermittelnden Lehren der Sekte, optisch darzustellen.

 

Gnadenzeit – ein Buch, das ich für meine Person nicht ganz eindeutig dem Genre Kriminalroman zuordnen, sondern vielmehr als psychologischen Spannungsroman bezeichnen würde. Eine Lektüre, der ich mit gemischten Gefühlen gewidmet habe.

ohne Angabe, 19.10.2015

Das Buch „Gnadenzeit“ von Jürgen Mette ist ein christlicher Krimi.

 

Alois Bachhuber ist Hauptkommissar, Katholik und steht dem Glauben eher kritisch gegenüber. Seine Frau Hilde ist da offener. Eines Abends wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die ursprünglich aus einer christlichen Endzeitgemeinde kommt und ein christliches Seminar besucht hat. Alois Bachhuber befindet sich auf einmal zwischen Bibelstunden, Endzeitgemeinde und zum Teil sehr strenggläubige Christen. Um nicht komplett den Überblick zu verlieren, holt er sich die Christin und Kommissarin Maria Sonnlaitner ins Team. Gemeinschaftlich ermitteln sie nun im Umfeld der jungen Frau und stoßen dort auf das ein oder andere dunkle Geheimnis.

 

Wie der Titel verrät geht es um Gnade. Die wirklich gelebte Gnade, die dem Leser begegnet, macht Mut auch mal selbst Gnade walten zu lassen. Jürgen Mette schafft es, eine spannende Geschichte zu erzählen und gleichzeitig das Thema Glaube und Gnade mit einzubeziehen, ohne dabei zu übertreiben. Durch Bachhubers bayerischen Akzent und seiner direkten Art entstehen sehr komische Situationen, die der Geschichte eine gewisse Leichtigkeit geben.

 

Dieses Buch überzeugt mit einem tollen Schreibstil und sympathischen Figuren. Es ist mein erster christlicher Krimi gewesen und ich bin total begeistert.

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Gnadenzeit

Geht das überhaupt: ein Verbrechen in frommen Kreisen? Und ob! Jürgen Mette zeichnet ein gar nicht mal so abwegiges Bild davon, was überzogener Glaubenseifer anrichten kann. Und das auch noch mitten im schönen Allgäu. Wir haben ihm ein paar Fragen zu seinem Kriminalroman Gnadenzeit gestellt.

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