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Der Geschichtensammler

Roman.

Berlin, 1945: In der zerstörten Hauptstadt tobt die letzte sinnlose Schlacht des untergehenden Dritten Reiches. Der junge Flakhelfer Rasmus Eichdorff scheut kein noch so großes Risiko, um seine heimliche Liebe Emmi in Sicherheit zu bringen. Doch dann gerät er in russische Kriegsgefangenschaft. Desillusioniert, dem Glauben entfremdet und in völliger Ungewissheit über den Verbleib der Frau, die er liebt, droht Rasmus in tiefer Verzweiflung zu versinken. Wären da nicht ein alter Soldat und eine Sammlung allegorischer Erzählungen, die Hoffnung und verschüttetes Gottvertrauen wieder aufkeimen lassen ...

Ein faszinierender Roman über die Kraft von Geschichten. Und über den Autor der größten Geschichte der Welt.
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  • Nr. 817043
  • · Gebunden, mit Schutzumschlag, 352 Seiten
  • · 01/2015
  • · Gerth Medien
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  • „Thomas Franke liefert kluge Unterhaltung. Sie berührt das Herz und schärft gleichzeitig den Blick auf die Welt.“ Titus Müller, Bestseller-Autor
  • „Humorvolle, einfühlsame und tiefgründige Geschichten, verpackt in eine spannende Rahmenhandlung - das ist Thomas Franke. Ein ganz Großer unter den Geschichtenerzählern!“ Elisabeth Büchle, Bestseller-Autorin
  • „Dieser Roman ist spannend und voller Überraschungen. Wie Menschen in tiefster Verzweiflung mit Gott hadern, aber doch immer wieder seine Hilfe suchen, wird hier sehr einfühlsam dargestellt.“ idea
  • „Sein Buch ist spannend zu lesen und hinterlässt einen tiefen Eindruck.“ hoffen + handeln
  • „"Der Geschichtensammler" hat mich wirklich von der ersten Seite an begeistert und diese hat auch bis zum Ende hin nicht nachgelassen [...]. Alles in allem also ein durchweg grandioses Buch. Man sollte es wirklich gelesen haben.“ Leserstimme
  • „Die allegorischen Erzählungen sind wirklich bemerkenswert und so voller Weisheit und Wahrheit. Sie sind die Krönung eines ganz wunderbaren und tiefgründigen Romans, der noch lange zum Nachdenken anregt.“ Leserstimme
  • „Ich kann das Buch sehr empfehlen. Es bietet eine fesselnde, abwechslunsgreiche und tiefgründige Geschichte über Liebe, Zusammenhalt und Vertrauen auf Gott.“ Leserstimme
  • „Dieses Buch hat einen nachhaltigen Eindruck in mir hinterlasen; es hat mein Herz berührt. Der Autor hat ein schwer erträgliches Thema professionell und gekonnt in Worte und Geschichten verpackt [...]. Fazit: Gib nie die Hoffnung auf - sie stirbt zuletzt.“ Leserstimme
  • „Es ist eines der seltenen Bücher, das einen auch dann noch begleitet, nachdem der letzte Satz schon längst gelesen ist und der Buchdeckel zum letzten Mal zugeklappt wurde.“ Leserstimme
  • „Thomas Franke versteht es, mit seinen Worten so geschickt umzugehen, dass ich mich gut in die geschilderten Situationen hineinversetzen konnte [...]. Ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen, nachdem ich mit dem Lesen begonnen hatte. Daher kann und will ich es sehr weiterempfehlen!“ Leserstimme

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ohne Angabe, 14.01.2015

Meine Meinung

 

Die Story

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar vom Verlag bekommen und wollte es nur kurz anlesen. Spätabends hatte ich es dann komplett durchgelesen, so gut hat es mir gefallen. Die dramatische Geschichte von Rasmus in den wirren des zweiten Weltkrieges ist sehr bewegend und realistisch geschrieben. Nur die Geschichten die Rasmus auf dem langen, oft grausamen Weg der Kriegsgefangenschaft in Russland, von Mitgefangenen und Menschen die ihm helfen sammelt, schaffen es ihn am Leben zu erhalten und seinen Weg zurück zu seiner großen Liebe Emmi zu finden. Rasmus findet langsam seinen glauben an Gott wieder und sieht in kleinen Gesten und Handlungen anderer, oftmals ein Zeichen Gottes. Der Autor hat den christlichen Aspekt hier wunderbar in die Geschichte eingefunden, so dass sie auch für Leser, die nicht so gerne christliche Literatur lesen, geeignet ist.

 

Der Schreibstil

Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen, so wie ich es schon von anderen Romanen des Autors gewohnt war. Thomas Franke schafft es dem Leser durch seinen bildhaften Schreibstil die Geschichte und Ereignisse nahezubringen.

 

Die Charaktere

Die Charaktere in diesem Roman, vor allem der Protagonist Ramsus, sind wirklich sehr real und authentisch wiedergegeben. Rasmus ist mir sofort ans Herz gewachsen und hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch die Nebencharaktere sind tiefgründig und sehr lebhaft beschreiben.

 

Mein Fazit

Ein absolut lesenswerter Roman, der bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. Ich kann hier volle fünf von fünf Sternen geben und eine absolute Leseempfehlung.

S. Janoschke, 10.02.2015

Berlin, 1945: Der zweite Weltkrieg liegt in den letzten Zügen, Russland nimmt gerade Berlin ein und Rasmus ist auf der Suche nach Emmi. Er weiß wo er sie finden wird - im Bunker im Humboldthain. Unterwegs wird er von dem Soldaten Erwin aufgegabelt und beide schlagen sich bis in die Nähe des Bunkers durch. Rasmus versucht Emmi zu retten, doch dann schnappen ihn russische Soldaten und er kommt in Kriegsgefangenschaft nach Russland. Emmi hatte ihm versprochen, ihm 100 Tage zu schenken und diese Zeit auf ihn zu warten. Konnte sie sich noch rechtzeitig verstecken? Als längst mehr als 100 Tage in Gefangenschaft vergangen sind, schwindet seine Hoffnung. Nur Erwin und seine Geschichten können ihm Kraft geben zum weiterleben. Wird er Berlin und Emmi je wiedersehen?

 

Thomas Franke hat es mit diesem Roman wieder einmal geschafft, mich in den Bann zu ziehen. Schon auf den ersten Seiten wird die Geschichte zu bewegten Bildern. Spannende Handlung wechselt sich ab mit philosophischen Gesprächen und Gedanken, gemischt mit wunderbaren Geschichten. Nicht alle der eingestreuten Geschichten versteht man auf Anhiebt, aber sie fügen sich in die Haupthandlung ein und führen die Gedanken des Lesers auf Wanderschaft zu kuriosen Plätzen und Dialogen. Quasi wie ein Film im Film.

 

Besonders gut gefallen hat mir hier, dass Gott eine so große Rolle spielte. Es darf gezweifelt werden, in der Not gebetet und trotzdem gibt es immer wieder einen Weg zu ihm hin ohne dass der moralische Zeigefinger erhoben wird. Rasmus Weg ist gesäumt von wunderbaren und hilfsbereiten, aber auch von selbstsüchtigen und ich bezogenen Menschen, die ihm dennoch immer wieder Hoffnung geben und zeigen, was wahre Freundschaft ist. Ein Buch, was bis zum Schluss spannend ist, mit einer zarten Liebesgeschichte jenseits von Hollywood.

 

Wer "Das Haus der Geschichten" mochte, wird hier wieder einen wahren Schatz in den Händen halten. Man kann aber auch mit diesem Buch beginnen und dann "Das Haus der Geschichten" verschlingen. Man wird allerdings nicht drumherum kommen, beide Bücher zu lesen.

Smilla507, 10.02.2015

Berlin, Ende des 2. Weltkrieges: Während in Berlin die letzte Schlacht tobt versucht Rasmus seine Jugendfreundin und heimliche Liebe Emmi aus der Hand der Russen zu befreien. Als er sie findet muss er feststellen, dass ihr Lebenswille gebrochen ist, doch er kann ihr das Versprechen abringen noch 100 Tage weiter zu leben. Kurz darauf gerät er selbst in Kriegsgefangenschaft und muss von nun an aus der Ferne um sein Leben und das Emmis zittern. Wird er sie rechtzeitig wiederfinden? Zum Glück steht ihm der ältere Soldat Erwin zur Seite. „Ich kenne da eine Geschichte...“ (S. 64) sind die ersten magischen Worte, mit denen Erwin das Erzählen der ersten Geschichten einleitet. Sie bringen die anderen Gefangenen und Erwin zum Nachdenken über Gott und die Welt. Einer Welt, die seit Kriegsende Kopf steht, in der kaum Hoffnung zu existieren scheint ...

 

„Der Geschichtensammler“ ist die bildgewaltige Vorgeschichte zu „Das Haus der Geschichten“. Ich war von der ersten Seite gefesselt! Es liest sich trotz der Unterbrechungen durch die Geschichten sehr flüssig. Diese Geschichten wirken wie moderne Gleichnisse. Keine Geschichte ähnelt der anderen: Die eine wird mit einem Augenzwinkern erzählt, eine andere wiederum hat einen leicht gruseligen Touch. Sie haben aber eines gemeinsam: Sie haben alle einen philosophischen Charakter und obwohl Gott in den Geschichten kaum vorkommt leiten sie einen Perspektivwechsel ein, der den Leser dazu bringt über Gott nachzudenken.

 

Genauso ergeht es Rasmus. Als Sohn eines strengen Pfarrers hat er den Glauben über Bord geworfen, aber Erwins Geschichten und der kindliche Hans bringen ihn dazu seine Überzeugungen infrage zu stellen und sich Gott wieder anzunähern.

 

Dürfte ich eine Zeitreise unternehmen, würde ich auf keinen Fall in der Kriegs- und Nachkriegszeit landen wollen! Thomas Franke hat diesen Zeitraum so glaubhaft beschrieben, dass ich meinen Hut ziehe vor all den Menschen, die diese schwere Zeit durchlebt haben. Dies hat die Spannung des Buches jedoch noch weiter angefacht.

 

Ich muss gestehen, dass ich das Buch normalerweise aufgrund des düsteren Themas nicht gelesen hätte, aber eine Freundin legte mir sehr ans Herz ein Buch von Thomas Franke zu lesen. Und ich habe es nicht bereut. Bis zum herzerwärmenden Ende, bei dem das Herz eines jeden Buchliebhabers hochschlagen dürfte, konnte ich diesen Roman nicht mehr aus der Hand legen!

 

A. Kaufmann, 14.02.2015

Wenn du weißt, was richtig ist, dann tu es.

 

„Glaubst du, du kannst einfach so daherkommen und mit deinen Geschichten die Welt verändern?“ „Ich weiß nicht, ob so etwas möglich ist. Aber ich denke, es ist einen Versuch wert.“

 

Der Autor Thomas Franke entführt uns in diesem Buch ins Berlin des Jahres 1945, mitten an den Kriegsschauplatz, wo das Tausendjährige Reich in Trümmern liegt. Gleich zu Beginn begleiten wir den jungen Flakhelfer Rasmus Salomo Eichendorff durch Geschützfeuer und Detonationen, als er auf einen bärtigen Soldaten der Wehrmacht trifft. Erwin, ein kriegsmüder und ausgelaugter Mann, kämpfte in Frankreich und Russland, und landete letztendlich in einem zerbombten Erdbunker in Berlin, wo er Rasmus nun sicheren Unterschlupf gewährt. Da ein Weiterkommen viel zu gefährlich ist, verharren die Männer in ihrem Versteck, und erzählen Geschichten. Rasmus‘ Erinnerungen an seine schöne Zeit mit seiner Jugendfreundin wurden in kursiver Schrift festgehalten, durch die Rückblenden in seine Vergangenheit erfährt man als Leser mehr über den jungen Mann und seine innige Freundschaft mit einem lebenshungrigen Mädchen namens Emmi, das die Gabe besitzt, tiefer zu blicken. Rasmus erzählt auch von seinem Elternhaus und dem strengen Vater, der ihn mit harter Hand und durch Schläge erzog. Und man erfährt auch etwas über sein Innerstes, seine Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte.

 

Erwins Berichte wiederum basieren auf einer kleinen Ansammlung von Geschichten, die er im Laufe der Jahre in einem kleinen Buch zusammen getragen hatte – ein Buch, das ihm viel bedeutet. Was der „Geschichtensammler“ dem Leser präsentiert, sind Geschichten, die einen tieferen Sinn haben, die Einsichten und Werte vermitteln, nachdenklich machen. Kostbare Geschichten, Lebensweisheiten, Gedankenanregungen.

 

Der Autor erzählt auf sehr realistische Art und Weise von den Schrecken des Krieges, der Gefangennahme seiner Protagonisten, der Zustände in russischen Kriegsgefangenenlagern, dem Elend und Leid der Menschen. Den Aufbau des Buches fand ich äußerst gelungen, die in abweichenden Lettern gedruckten und in die Handlung eingeflochtenen Geschichten des alten Soldaten waren wie ein Licht, das mitten in dieser tragischen Rahmenhandlung den Männern durch ihr kleines Aufflackern Hoffnung und Mut verleiht.

 

Thomas Franke besitzt die Gabe, seinen Figuren Leben einzuhauchen. Es fällt dem Leser leicht, sich in sie hineinzuversetzen, sind sie doch sehr realistisch und authentisch gezeichnet. Durch die Kriegshandlung wird ein permanenter Spannungsbogen aufrechterhalten, und die aufkeimende Liebe ehemals bester Freunde in Kindertagen rundet den Inhalt dieses Buches ab.

 

Da ich bereits ein Buch dieses Autors kennen lernen durfte, war meine Erwartungshaltung entsprechend hoch. Und ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil. Mit der Lektüre über den Geschichtensammler bescherte Thomas Franke mir wunderschöne, kostbare Lesestunden, die ich nicht missen möchte. Ich kann – und werde – dieses Buch uneingeschränkt weiter empfehlen und vergebe meinerseits nur zu gerne fünf Bewertungssterne für dieses tiefsinnige, berührende Werk.

 

Abschließend möchte ich für das beeindruckende Cover dieses Buches ein riesengroßes Kompliment aussprechen, das mich bereits beim ersten Blick faszinierte. Man erkennt einen Mann, der sich vom Betrachter abgewandt hat, und der mit festem Griff aus der Dunkelheit heraus und scheinbar gelassen auf strahlendes Licht zugeht, dabei einen Leiterwagen voller Bücher mit sich zieht. Das Licht- und Schattenspiel fand ich vortrefflich gelungen, ebenso das symbolische Festhalten des Mannes am Leiterwagen, ein symbolisches Kreuz (der Glaube?!). Die Rahmenhandlung dieses Buches ist der Schauplatz des Krieges - und als solches wurde scheinbar auch das Titelbild mit ausgebombten Häusern und auf dem Boden liegenden Trümmern "eingerahmt"... eine perfekte Symbolsprache, ein Cover, das ich gerne länger betrachtete und das meiner Meinung nach einen Griff zum Buch beinahe schon garantiert.

 

„Ein Zuhause für deine Geschichten“ – Thomas Franke hat den gesammelten Geschichten nun ein perfektes Zuhause gegeben, nämlich das vorliegende Buch!

B. Gregor, 16.02.2015

Im Buch „Haus der Geschichten“ spielen ein älterer Herr namens Rasmus Eichdorff und seine Buchhandlung, die er eine „narratorische Apotheke“ nennt, eine Rolle. Sicher war ich nicht der einzige, der sich gefragt hat, wie er eigentlich auf die Idee einer solchen doch eher ungewöhnlichen Buchhandlung gekommen ist. Hier wird diese Frage beantwortet.

 

Das Buch beginnt 1945 im zerstörten Berlin, kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee. Rasmus hat das Gefühl, seine heimliche Liebe Emmi schon einmal im Stich gelassen zu haben, was üble Folgen hatte. Das soll ihm nicht nochmals passieren, weshalb er unbedingt zu dem Bunker, in dem sie sich aufhält, durchkommen will. Aber kurz vor dem Ziel wird er verwundet und gerät in russische Gefangenschaft.

 

Im Ungewissen darüber, ob er jemals wieder lebend zurück kommen wird, wird er mit vielen anderen nach Rußland verfrachtet. Die Reise und die Bedingungen, unter denen die Gefangenen zu leiden hatten, sind recht realistisch dargestellt, ohne jedoch zu sehr ins Detail zu gehen. Was nicht heißt, daß man sich (zu) vieles nicht sehr (zu) genau vorstellen kann.

 

Der Rasmus, den wir hier kennenlernen, ist ein ganz anderer als der, der später im „Haus der Geschichten“ auftauchen wird. Von seinem Vater, einem Pfarrer, wurde ihm der Glaube eher mit dem Stock ausgetrieben als daß der ihn gefördert hätte. Es ist Erwin, ein Mitgefangener, der das Thema leise immer wieder aufbringt und mit seinen Geschichten zum Nachdenken bringt, Rasmus wie auch die Leser.

 

Unter den Erzählungen sind mir vor allem die „Molluskenweisheit“ und „Der Bann“ besonders im Gedächtnis geblieben. Während es in der ersteren ein Nachdenken über Gott und die Welt bzw. ob es einen Gott gibt ist, geht es in der Letzteren um die Ehe und was dazu gehört, daß eine solche gelingen kann. Auch über viele Jahre hinweg. Etwas, was heute vermutlich noch aktueller ist als in den Tagen, in denen dieses Buch angesiedelt ist.

 

Vom „Haus der Geschichten“ war mir das Grundprinzip schon geläufig, so daß der Überraschungseffekt, den ich beim Vorgängerbuch (eigentlich natürlich dem Nachfolger) hatte, nicht zum Tragen kam. Dennoch hat mich das Buch voll in seinen Bann geschlagen und vor allem die darin enthaltenen Geschichten werde ich sicherlich noch öfters lesen, um deren tieferen Gehalt ganz erfassen zu können.

 

Am Ende - so weiß man aus dem „Folgeband“ - gibt es das "Haus der Geschichten - Antiquariat und narratorische Apotheke" des Rasmus Salomo Eichdorff. Was aus den Anfängen hier geworden ist, kann man dort nachlesen.

ohne Angabe, 18.02.2015

"Eine kleine Blaumeise - ein Farbkleks im Grau der zerstörten Stadt".

 

Berlin, 1945: Der zweite Weltkrieg geht zu Ende. Die russische Armee nimmt gerade Berlin ein. Rasmus ist auf der Suche nach seiner heimlichen Liebe Emmi, die er im Bunker am Humboldthain vermutet. Noch ehe er dorthin gelangt, wäre er beinahe von russischen Soldaten gefangen genommen worden. Duch den kriegsmüden Erwin kann er sich in einem Kellerloch verstecken. Erwin und Rasmus freunden sich in dieser schlimmen Zeit an. Als es jedoch an der Zeit ist, Emmi zu retten, muss Rasmus das Wagnis eingehen und sich bis zum Bunker durchschlagen. Im letzten Moment erreicht er Emmi und er flüchtet mit ihr. Sie ist vom Leben niedergeschlagen und ihre Seele hat tiefe Wunden davongetragen. Er bittet Emmi verzweifelt, sich wenigstens hundert Tage Zeit zu lassen und sich zu zwingen in dieser Zeispanne einfach nur weiter zu leben. Ehe er diese Tage mit ihr verbringen kann wird er jedoch von den Russen gefangen genommen. Auch Erwin teilt dieses Schicksal. Dieser führt ein "Buch der Geschichten" mit sich. Von da an beginnt für alle eine unvorstellbare Zeit der Entbehrung, Hunger und Qual. Wird er rechtzeitig in den hundert Tagen zurückkommen um seine Liebe zu retten? Die Schilderungen im "Buch der Geschichten" geben einigen Menschen in der Gefangenschaft Hoffnung und Mut.

 

Dieser Roman strahlt in seiner Epik eine überzeugende Authentizität aus. Die Charaktere sind detailliert und lebensecht formuliert. So ist es kein Wunder, dass ich mich in die Geschichte tief einbezogen fühlte und die Qualen und Ängste der Menschen hautnah miterlebte. Das Buch hat mich folglich oft traurig gemacht, denn mitzuerleben, wie Menschen ihre Würde verlieren ist schwer zu ertragen. Doch ein Krieg schafft es, viele Menschen seelisch und psychisch sehr tief zu verletzen. In solchen Extremsituationen wie ein Krieg stellen sich die wahren Charakterzüge von Menschen in besonderem Maße heraus. Es gab liebevolle und hilfsbereite Menschen, viele davon mit einem großen Glauben, aber auch Menschen die ihre ethischen Werte gänzlich verloren und bestialische Taten begingen.

 

Dieses Buch hat einen nachhaltigen Eindruck in mir hinterlassen; es hat mein Herz sehr berührt. Der Autor hat ein schwer erträgliches Thema professionell und gekonnt in Worte und Geschichten verpackt, die über Metaphern und Bilder veranschaulicht auf übergeordnete Weise erklärt und damit sehr gut zu verstehen sind.

 

Fazit: Gib nie die Hoffnung auf - sie stirbt zuletzt.

Das Nachfolgebuch " Das Haus Der Geschichten" wartet noch auf mich und ich freue mich schon sehr auf die Lektüre.

S. Bohn, 21.02.2015

Mit diesem Buch knüpft Thomas Franke an sein Erstlingswerk "Das Haus der Geschichten" an. Er erzählt aber nicht die Fortsetzung, sondern die Vorgeschichte davon:

Ein junger Mann namens Rasmus gerät gegen Ende des zweiten Weltkrieges in russische Kriegsgefangenschaft. Durch die fesselnden Geschichten eines Mitgefangenen wird er immer wieder ermutigt; und außerdem kommt sein verkehrtes Gottesbild nach und nach ins Wanken.

Am Ende des Buches findet Rasmus nicht nur Emmi, seine große Liebe, wieder; er entdeckt auch seine Lebensberufung: nämlich heilsame Geschichten zu sammeln.

Ein spannender und berührender Roman, und eine Ode an das Geschichtenerzählen.

Inzwischen gehört Franke ohne Zweifel zu den wichtigsten christlichen Romanautoren in Deutschland. Ich bin schon jetzt gespannt auf sein nächstes Buch!

ohne Angabe, 24.02.2015

Berlin 1945. In der Stadt tobt die letzte große Schlacht des zweiten Weltkriegs. Der Flakhelfer Rasmus Eichdorff ist auf dem Weg in den Humboldthain, um seine Freundin Emmi zu suchen, als er in einen Schusswechsel gerät. Unversehens wird der junge Mann in ein Kellerloch gezogen – der alternde Soldat Erwin rettet Rasmus mit dieser Aktion das Leben. Eine Zufallsbekanntschaft, die zu einer großartigen Freundschaft werden soll…

 

Doch zunächst gelten Rasmus’ Gedanken einzig Emmi – als er die junge Frau endlich findet, haben die Ereignisse der letzten Kriegstage die anfangs fröhliche, lebhafte Emmi gebrochen – sie will sich das Leben nehmen. In seiner Verzweiflung ringt Rasmus ihr das Versprechen ab, einhundert Tage lang über diese Entscheidung nachzudenken…

 

Kurz darauf gerät Rasmus in russische Kriegsgefangenschaft. Hier trifft er nicht nur Erwin wieder, sondern lernt auch den etwas einfältigen Hans kennen. Für die drei Männer beginnt eine schwere Zeit. Trost und Kraft, die schrecklichen Zuständen zu überstehen, finden sie in tiefgründigen Gesprächen und in Erwins allegorischer Geschichtensammlung, die besonders Rasmus nicht nur sein Gottvertrauen wiedergeben, sondern auch die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft aufrechterhalten…

 

Thomas Franke wartet in „Der Geschichtensammler“ mit sehr intensiven Beschreibungen und Schilderungen auf. Schon die ersten Seiten – man geht mit Rasmus durch das zerstörte Berlin - bescheren mir eine Gänsehaut. Ruinen, verkohlte Häuserwände und Trümmerberge wohin man auch schaut. Man kann die Trostlosigkeit und die Hoffnungslosigkeit deutlich spüren.

 

Rasmus, Erwin und Hans erwartet im Verlauf der Handlung das, was viele Männer damals durchmachen mussten: Gefangennahme, Zwischenstopp im Lager Ketschendorf, dann in Waggons immer weiter gen Osten …

Thomas Franke erzählt vom Kriegsgeschehen und von den unmenschlichen Bedingungen in den Lagern. Doch in erster Linie geht es in diesem Buch nicht darum, die grausamen Zustände deutlich zu machen, sondern darum, wie die Männer es schaffen, trotz aller Widrigkeiten den Mut, die Hoffnung und den Glauben nicht zu verlieren.

 

In die eigentliche Handlung um Rasmus & Co. hat Thomas Franke nicht nur einige Rückblicke zu gemeinsamen Erlebnissen von Rasmus und Emmi eingeflochten, sondern hat hier auch einen Schatz versteckt: mehrere gleichnisartige Geschichten, die, vom Autor geschickt platziert, die eigentliche Handlung unterstreichen und veranschaulichen und den Leser ermuntern, über die Erzählungen nachzudenken, sie zu deuten und zu entschlüsseln.

 

„Der Geschichtensammler“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt - die bildreichen Schilderungen der Handlung, die ausdrucksstarken Figuren und ganz besonders die eingefügten Kurzgeschichten haben mich durchweg begeistert.

H. Groppe, 26.02.2015

Rasmus, ein jungendlicher deutscher Soldat, erlebt das Ende des 2. Weltkriegs mit all seinen Schrecken.

Auf seinem Weg durch das zerbombte Berlin und schließlich in die Gefangenschaft lernt er Erwin kennen, einen Kameraden, der ihn - und später auch andere - durch "seine" Geschichten fasziniert und zum Nachdenken anregt. In diesen kurzen Geschichten werden auf völlig unterschiedliche Weise Fragen aufgeworfen über den Sinn und die Werte des Lebens. Dabei gibt es keine plumpen Antworten, sondern bestenfalls Anregungen und den unaufdringlichen Hinweis auf den Einen, der unser Leben erst lebenswert macht.

Die als Rahmenhandlung gestaltete Suche nach Emmi - seine große Liebe - gerät dabei fast zur Nebensache.

Ein lesenswertes Buch, das auch durch seinen interessanten Erzählstil, etwas besonderes darstellt.

H. Bader, 28.02.2015

Mitten in Angst, Leid, Zerstörung durch den Krieg und Gefangenschaft drängen sich die Fragen auf, die man sonst gerne verdrängt:

Wer bin ich? Was ist das Leben? Was ist der Sinn hinter allem? Gibt es Gott? Gibt es Hoffnung?

Die Geschichten in der Geschichte bringen Licht ins Denken. "Geschichten ... , damit man besser verstehen kann." Auch Jesus hat ja Geschichten erzählt, damit der Hörer sich selbst über die Schulter sehen und etwas Wertvolles über sich, Gott und das Leben entdecken konnte. Eine gute Geschichte hilft weiter als eine sachlich richtig formulierte Antwort auf eine Lebensfrage. Und gute Geschichten hat er gesammelt, der Autor Thomas Franke und der Soldat, der in Gefangenschaft geraten ist und seinen Mitgefangenen aus seinem Geschichtenbuch vorliest - bis es gestohlen wird. Aber Geschichten gibt es an den unglaublichsten Orten, auch mitten im Wald in einer russischen Holzfäller-Hütte.