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Tränenperle

Roman.

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  • Nr. 816738
  • · Broschur, 13,5 x 21,5 cm, 360 Seiten
  • · 09/2012
vergriffen - keine Neuauflage

Leseprobe

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  • „Das Buch trifft ins Herz.“ gekreuzsiegt.de
  • „Ich finde den Roman 'Tränenperle' einfach genial! Es ist nicht nur eine schöne mitreißende Geschichte, sondern auch ein richtiges "Anti-Tief Rezept!“ Jasmin (15 Jahre)
  • „Ein Roman, der unter die Haut geht.“ teensmag

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A. Dörfel, 12.09.2012

Die 18-jährige Merle landet durch einige merkwürdige Geschehnisse mitten auf einem Bauernhof- und das an Heiligabend. Als sie dort ein Praktikum anfängt, scheint sie zum ersten Mal im Leben glücklich zu sein, und das nicht nur wegen dem netten Simi, der gleich nebenan wohnt. Der geheimnisvolle Johannes begleitet sie auf Schritt und Tritt und scheint mehr über sie zu wissen, als sie selbst. Doch als der von heut auf morgen verschwindet, reißen alte Wunden wieder auf und Merle lässt sich von niemandem helfen. Leider muss sie durch viele schmerzhafte Erfahrungen, bis sie die Liebe Gottes erkennt und diese Liebe ohne Wenn und Aber annimmt.

 

Diese Story ist alles andere als die ganz normale Geschichte eines Teenies, wie zunächst vermutet. Hier geht es knallhart um Vergewaltigung, Lieblosigkeit, Selbstmordversuche und die Liebe Gottes, die größer ist als die Vergangenheit und alte Wunden. Also nichts für schwache Nerven, auch wenn hier nicht im großen Stil von Mord und Totschlag erzählt wird.

 

Ein schönes Buch - besonders für Jugendliche und junge Erwachsene - das mir an einigen Stellen die Tränen in die Augen trieb. Es ermutigt, Gottes Liebe als Geschenk zu erkennen, zu vergeben und sich lieben zu lassen.

H. Köbel, 23.10.2012

Ein Jugendroman, schonungslos ehrlich. Spannend, mitfühlend, packend. Merle geht in der Großstadt unter. Sie wurde verletzt, erniedrigt und fühlt sich sichtbar nicht wohl in ihrer Haut. Das Herz weggesperrt. Merle hat sich eingeigelt. Geliebt sein, empfindet Merle schon lange nicht mehr. Ängste, Wut, Enttäuschungen beherschen ihre Welt. Erst als sie eines Tages an Weihnachten auf einem Bauernhof ankommt und dort liebevoll aufgenommen wird, lernt sie eine andere Welt kennen. Sie lernt zwei junge Männer, Simi und Johannes kennen. Aber ihre inneren Ängste holen sie immer wieder ein, ihre Stacheln verletzen. Sie kann auch hier nicht aus ihrer Haut. Man möchte Merle als Leser wachrütteln, sie in den Arm nehmen.

Ein bewegender Roman - bis zum Schluß. Mit der Hoffnung, auch wenn alles gegen Dich zu sein scheint, gibt es jemanden, der Dich wirklich liebt. Lass es zu.

M. Enns, 13.11.2012

Das Buch hat mich von Anfang an sehr bewegt und es gab Momente, da hätte ich es gerne beendet, da es mir schmerzlich bewusst gemacht hat, wie ähnlich ich Merle bin und wie oft es gerade in meiner Teeniezeit vorkam, dass ich mich ungewollt und ungeliebt gefühlt habe. Merles Schmerz ging regelrecht auf mich über und ich konnte es zwischendurch kaum aushalten und musste eine Lesepause einlegen. Ich hatte tatsächlich vergessen, dass ich auch eine Zeit hatte in der ich mich geritzt hatte. Beim Lesen des Buches kam vieles wieder in mir hoch und daher ist mir dieses Buch regelrecht ans Herz gewachsen. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass Merle auch etwas Schönes in ihrem Leben erlebt. Etwas, das ihr zeigt, dass sie doch gewollt ist und dass sie das Recht darauf hat, geliebt zu werden. Es ist ein langsamer und schmerzhafter Prozess, der sich über 360 Seiten hinzieht und mir wirklich nicht schnell genug ging. Merle schreit uns ihren Schmerz regelrecht entgegen und es war mir unmöglich, keine Parallelen zu meinem eigenen Leben zu ziehen. Ich habe meinen Hund schon lange begraben und den Rucksack mit meinen Altlasten schon lange fortgeworfen, aber dennoch gab es Momente als ich las, in denen mich der Schmerz erneut niederdrücken wollte. Ich habe es geschafft, es zu verdrängen und ich bin so dankbar, dass es Merle auch schafft und ihren Schmerz und ihre Ängste niederdrücken kann, um etwas Neues und Schönes zu beginnen und vor allem, sich lieben zu lassen.

Ich fand manches sehr hart und konnte auch Merles Mutter einfach nicht verstehen, aber nun gut, meine Mama war ähnlich und das ist das, was mir vielleicht auch ein klein wenig den Boden unter den Füßen wegziehen wollte. Merles Sexualität hat mich auch etwas schockiert, aber auch da gibt es nach und nach Heilung. Wie gesagt, es dauerte mir fast ein wenig zu lange, bis endlich Frieden in Merles Herzen einziehen kann und die tiefen Wunden heilen können. Ich finde es wirklich unbegreiflich, wie boshaft wir Menschen zueinander sein können ohne es vielleicht sogar zu merken. In Merles Fall fehlt es an allem - kindliche Geborgenheit und eine Hand, die liebevoll führt. Ich kann jedes Mal, wenn sie anfängt sich zu ritzen, fast nachvollziehen warum sie es macht. Den Schmerz von innen einfach nach außen stülpen. Wie soll sie erkennen, dass sie wertvoll und geliebt ist, wenn sie es 18 lange Jahre nicht sehen und erkennen konnte? Muss erst ein Engel sie an die Hand nehmen? Gewollter Liebesentzug ist wirklich krass und an einigen Stellen habe ich echt geheult, weil ich mitfühlen konnte. Eine Stelle war z.B, als Merle sich einfach nur einmal wünscht, das Wort „Papa“ laut auszusprechen und dann die Stelle, die ich euch jetzt zitieren möchte:

„Die Muscheln“, sagte sie leise, „haben eine richtig harte Schale. Aber innen drin, da sind sie sehr, sehr weich. Und manchmal, da dringt ein Fremdkörper in so eine Muschel ein. Ein scharfes, spitzes Splitterstück, das verletzt ihr weiches Inneres und tut ihr furchtbar weh. Und egal, wie sich die Muschel windet, egal was sie tut - sie wird es nie wieder los. Irgendwann ist die Verzweiflung und der Schmerz so groß, dass die Tränen der Muschel zu fließen beginnen, und diese Tränen beginnen den Splitter einzuhüllen, legen ihn Schicht um Schicht regenbogenfarbene Schillern um, bis eine runde, glatte Perle entstanden ist! Und dann ist da kein blöder Splitter mehr und auch kein Schmerz und keine Verzweiflung - nur noch diese Kostbarkeit! ........... Deine Tränenperle

(S. 304 im Buch) da flossen mir wirklich die Tränen. Dieses Buch ist meiner Meinung nach wirklich ein Schatz, obwohl es schmerzt und ganz klar von Schmerz, Verbitterung und Trauer schreibt, aber dennoch ist es voller Hoffnung für den Leser, denn so wie es ist, kann es doch nicht bleiben, oder? Niemand kann es aushalten, mit so viel innerem Schmerz zu leben. Irgendwann muss es doch Hilfe geben. Vielleicht schafft es nicht jeder Mensch, den Schmerz zu bekämpfen und will ausbrechen und schafft dies nur, indem er ausbricht und sich selbst umbringt. An diesem Punkt ist Merle auch und ich kann mich an einige Begebenheiten in meinem Leben erinnern, als ich es auch nicht ertragen konnte, mein Leben fortzusetzen, aber ich habe es getan und auch Merle kriegt die Kurve, aber es tut weh, sehr weh, wenn man sich keine Hilfe holt und einfach da weiter macht, wo man steht, denn dann ist man immer noch allein. Ich bin froh, dass Merle irgendwann zusammenbricht und sich dann zu dem entwickeln kann, was sie ist: Kein Igelchen mehr, das seine Stacheln ausfährt und keine Zärtlichkeiten und Liebe zulassen kann, sondern ein Vogelbaby, das lernen muss, zu fliegen und dabei aber ganz zart behandelt werden muss.

 

Ein tolles Buch, aber wie schon gesagt mitunter sehr, sehr traurig und für mich war es nur möglich es zu lesen, indem ich es zwischendurch zur Seite legen konnte.

Das Cover ist sicherlich deshalb so unruhig gezeichnet, um aufzuzeigen wie unruhig auch Merles Leben ist. Ich finde es im nachhinein sehr, sehr passend.

 

Natürlich gibt es von mir eine echte Leseempfehlung!

M. Lahnstein, 24.02.2013

Es ist Weihnachten und die 17 jährige Merle ist wieder mal alleine. Ihre Mutter ist mit ihrem Freund unterwegs. Merle fühlt sich schon ihr ganzes Leben ungeliebt, ihren Vater hat sie nie persönlich kennengelernt. Da trifft Merle Johannes und sie findet sich plötzlich auf einem Bauernhof wieder. Sie bricht die Schule ab und macht ein Praktikum auf dem Hof. Auf dem Nachbarhof lernt sie den 20 Jährigen Simi kennen. Merle lässt Simi wie so vieles nicht an sich heran, sie ist in dem selbstzerstörenden Denken gefangen, dass sie nichts wert ist und besser nie geboren wäre.....

 

Das Buch hat mich von der ersten Zeile an gefesselt. Die Charaktere und das Leben auf dem Bauernhof wirken sehr authentisch! Kein Wunder, die Autorin lebt selbst auf einem Hof und hat auch viel mit Jugendlichen zu tun, die unter Problemen verschiedener Art leiden.

Merle im Buch ist auf der einen Seite ein abschreckendes Beispiel eines Menschen, der sich ungeliebt fühlt. Im weiteren Verlauf wirkt das Buch tröstend und heilend, dadurch dass Merle nicht dabei stehenbleibt, die Schuld für ihr Ungeliebtsein-Gefühl bei anderen zu suchen und deshalb nicht immer tiefer darin versinkt, zu leiden. Der ein oder andere von uns, wird sich in bestimmten Situationen wiederfinden, einfach weil die Geschichte wirklich so passieren könnte. Simi ist ein Beispiel für einen ganz besonderen Menschen, denen man manchmal begegnen kann. Wenn man ihm begegnet, sollte man ihn festhalten.

 

Sehr schön fand ich den Gedanken vom Schutzengel, der uns überall hin begleitet. Das gibt dem Buch noch etwas überirdisches. Der christliche Glaube ist passend und ganz unaufdringlich in die Geschichte eingewoben. Daneben kann man noch sehen, was richtige und falsche Freunde ausrichten können.

Ich fand das Buch wunderbar und kann es für alle Jugendliche sehr empfehlenden, aber auch für alle Eltern und Junggebliebene! Auf weitere Bücher der Autorin bin ich sehr gespannt!

S. Jennewein, 26.06.2013

„...Wieso wollen die denn gerade dich? Du weißt doch nichts, du kannst doch nichts!“ (Seiten 95)

Worte die man seinem Kind nicht sagen soll, Worte die verletzen, Worte die Merle aber viel zu oft in ihrem Leben schon gehört hat und das von ihrer Mutter. Und diese Worte fühlt sie auch, sie fühlt, dass sie nicht geliebt wird und sie denkt, sie ist es nicht wert.

An Heiligabend, nachdem sie mit ihrer Mutter das übliche Prozedere durchlaufen hat, sitzt sie, wie so oft, alleine in der kleinen Wohnung und die Enge der Wohnung treibt sie in den Wahnsinn. Auf wundersame Weise trifft sie Johannes und hat auf einmal die Wirklichkeit ihr altes, verhasstes Leben, den Rücken zu kehren. Sie kann ein Praktikum auf den Bauernhof von Albert und Elli machen. Mit zur Familie gehören Sara und der Opi und nur die Beiden können Johannes sehen, fühlen, spüren. Es sind Menschen, die Merle vom ersten Augenblick das Gefühl geben, wichtig zu sein und liebenswert. Sie haben sie während des Fiebers gepflegt, sie machen ihr bei Fehlern keine Vorwürfe.

Langsam blüht sie auf, sie schließt eine wunderbare Freundschaft zum Nachbarsjungen Simi und scheint auch langsam zu ihrer Mitte zu finden. Doch ihr altes Leben holt sie ein und immer wieder igelt sie sich ein und die „schlechten“ Gefühle verdrängen ihr Wohlbefinden. Sie glaubt, dass sie nicht der Liebe wert ist, die sie von den anderen bekommt. Bis sie zu einem Entschluß kommt, der für sie in dem Moment der einzigste Weg scheint.

 

„Ich hatte einen Gott, der mich liebte, einen Engel, der mir das offenbarte hatte, Menschen, die mir diese Liebe spiegel wollten. Und ich hatte mich, hatte in mir einen überirdisch schönen Edelstein, warm und leicht und unversehrt. Dieser Schatz war unzerstörbar. Aber auch, wenn ich jetzt glaubte, dass meine Seele wirklich nicht tiefer fallen konnte als in Gottes Hand, wollte ich niemals wieder dieses Entsetzen fühlen müssen, sie stürzen zu sehen.“ (Seite 285)

 

Diese Erkenntnis ist für Merle ein Neuanfang, der Beginn eines Weges, der lange ist und harte Arbeit bedeutet. Im Buch wird es aber nicht schnell abgehandelt, denn ich durfte Merle auf ihren Weg in ihr neues Leben begleiten und mit ihr spüren, wieviele Menschen sie lieben, obwohl sie oft sehr fies zu ihnen war. Es langt nicht, wenn man seine Probleme versucht zu begraben, irgendwann kommen sie zurück und das mit größerer Macht als vorher. Merle befreit sich von ihrem alten Leben. Durch die persönliche Erzählweise, denn Merle erzählt ihre Geschichte selbst, ging mir das Buch sehr nahe. Authentisch und gefühlvoll geschrieben, zog es mich in seinen Bann und ließ mich nicht mehr los.

Die Charaktere sind alle so wunderbar und liebevoll beschrieben und selbst die, die nur am Rande vorkommen, wurde Leben eingehaucht.

Besonders der Nachbar Jens, Vater von Simi, hat mir gut gefallen und er hatte immer wunderbare Worte für Merle gehabt. Worte, die nicht nur so dahin gesagt werden, die von tiefstem Herzen kommen.

 

„Da steht man direkt neben euch und sieht euch fallen, aber man kann nichts tun, man kann euch nicht festhalten und man kann euch nicht auffangen ... man muss hilflos zusehen, wie ihr stürzt und kann nur noch beten, dass ihr das irgendwie heil übersteht!“ (Seite 281)

 

Wahre Worte, die der Jens gesagt hat und die Merle zeigen, dass sie mehr für ihn ist, als nur ein Nachbarsmädel und Freundin von seinem Sohn, sondern dass sie sein Mädel ist und wie eine Tochter für ihn geworden ist. Und jeder der selber Kinder hat oder mit Menschen zu tun hat, der weiß, wovon Jens spricht.

 

Dieses Buch hat soviele Emotionen in mir ausgelöst und ich hätte Merle gerne in den Arm genommen, wenn ich gekonnt hätte. Sie war oft so hoffnungslos und das war so zerstörerisch. Aber, das Buch verliert nicht die Hoffnung und zieht den Leser nicht runter.

Es ist ein christliches Buch, aber es ist kein Buch, was bekehren möchte. Die christlichen Bezüge werden so schön mit der Geschichte verwoben und man sollte keine Scheu haben, Bücher aus einem christlichen Verlag zu lesen. Dort stecken ganz wunderbare Geschichten drin und es ist schade, wenn diese Geschichten unentdeckt bleiben.

 

Fazit:

Ein Buch, welches bewegt, voller Emotionen und voller Hoffnung steckt.

B. Gregor, 26.06.2013

Wäre mir das Buch von einer Bekannten nicht sehr dringend empfohlen worden, hätte ich es wohl nie gelesen. Denn das Cover spricht mich gar nicht an. Obwohl es, wie auch der Titel, zum Buch paßt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Aber das wird erst verständlich, wenn man auf der letzten Seite angekommen ist. Bis dahin sind es derer 344, die Schönes, aber auch viel und teilweise unsägliches Leid beinhalten.

 

Merle kommt aus schwierigen Verhältnissen. Die alleinerziehende Mutter hat sie nie gewollt, und an einem Weihnachtsabend denkt Merle an Selbstmord, als es an der Tür klingelt. Eine Frau hat einen Hund überfahren, fragt nach Hilfe und verschwindet. Merle bringt den schwer verletzten Hund zu einer Tierarztpraxis, wo er aber nur noch tot ankommt. Den Hund begraben geht nicht, da der Boden gefroren ist. Also steigt Merle kurz entschlossen zu Johannes, dem Tierarzthelfer, ins Auto und macht sich auf den Weg nach Süddeutschland, wo das Wetter noch warm ist.

 

Was hier vielleicht etwas seltsam und unwahrscheinlich klingt, liest sich im Buch wie die selbstverständlichste und natürlichste Sache der Welt. Aber ob es für sie nicht vielleicht das Falsche ist, den „Hund zu begraben“ anstatt sich ihm zu stellen, ist eine Frage, die zu diesem Zeitpunkt in weiter Ferne liegt.

 

Auf dem Bauernhof angekommen, ist Merle krank und hat hohes Fieber. Als sie wieder genesen ist, wird ihr angeboten, ein halbjährliches Praktikum zu absolvieren. Daraus wird schließlich ein Berufswunsch und sie beginnt bald eine offizielle Lehre. Während sich ihre äußeren Verhältnisse also drastisch verbessern, nicht zuletzt auch durch den Kontakt zur Familie des Nachbarhofes und deren ältestem Sohn Simi, dauert es nicht lange, bis sich die Dämonen des alten Lebens wieder melden. Minderwertigkeitsgefühle bis hin zu Selbsthaß und buchstäblicher Selbstzerstörung kämpfen mit den veränderten Umständen und gewinnen mehr und mehr die Überhand. Dabei erfahren wir langsam mehr aus Merles Lebensgeschichte und weshalb sie so wurde, wie sie ist.

 

Mit einem unglaublichen Einfühlungsvermögen hat die Autorin diese Abwärtsspirale, ihre Gründe und Auswirkungen - innerlich wie äußerlich - so nachvollziehbar beschrieben, daß man als Leser gar nicht anders kann als mitleiden. Manchmal möchte man Merle ob ihrer destruktiven Gedanken und Handlungen schütteln und ihr zurufen „Mensch, Mädchen, was machst du denn da!“, dann wieder wundert man sich, weshalb in der direkten Umgebung so wenig von ihren Problemen wahrgenommen wird. All das ergibt eine Mischung, die der Realität extrem nahe kommen dürfte und einem vielleicht die Sinne schärft, ähnliche Entwicklungen im eigenen Umfeld zu erkennen.

 

Das Buch ist in einem sehr gut lesbaren Stil geschrieben. Ich konnte mir alles sehr plastisch vorstellen. Die Figuren sind für mich zum Leben erwacht, und ein paar Mal habe ich mich dabei ertappt, langsamer zu lesen, damit ich nicht so schnell ans Ende komme. Auch in den - teilweise sehr schlimmen - Szenen ist es der Autorin zumindest für uns Leser gelungen, nie die Hoffnung auf ein gutes Ende zu verlieren, auch wenn Merle selbst das vermutlich jeweils ganz anders gesehen hat.

 

Diese positive Grundeinstellung ist für mich mit das Beste am Buch, weil es so auch in düsteren Augenblicken Hoffnung zu vermitteln vermag. Das Thema Religion und Glaube ist für meine Begriffe dermaßen gut integriert und normal dargestellt (auch bzw. gerade für heutige Verhältnisse), daß es gar nicht groß auffiel, daß der Glaube im Buch eine Rolle spielt. So, wie es hier beschreiben wurde, ist es einfach ein Teil des normalen Alltags, und gerade darum sehr realitätsnah.

 

Als ich das Buch beendet hatte, habe ich es trotz der teilweise sehr heftigen Szenen und Vorkommnisse, so beendet, wie ich das bei einem guten Buch schätze: innerlich gleichzeitig ruhig und doch bewegt im Bewußtsein, daß ich noch lange an Merle, Simi, Johannes und wie sie alle hießen, denken werde. Und mit absoluter Sicherheit, egal wie das Cover aussieht, das nächste Buch der Autorin (das hoffentlich nicht lange auf sich warten läßt) lesen werde.

ohne Angabe, 21.04.2014

Für „Tränenperle“ habe ich mir außergewöhnlich viel Zeit genommen, denn es ist eines der bewegendsten und intensivsten Jugendbücher, wenn nicht sogar DAS intensivste Buch im Genre Jugendbuch, das ich jemals lesen durfte.

 

Es ist schwer zu beschreiben, in welchem stark emotionalen Gefühls-Kokon es mich zurückließ und wie nachhaltig es mich noch Wochen danach beschäftigt!

 

Der beeindruckende Jugendroman ist sprachlich sehr flüssig verfasst, die Wortwahl ungeschönt überzeugend, verständlich und sehr anschaulich.

 

Die Geschichte hat eine starke Sogwirkung, durch die Christina Kunellis restlos alles vom Leser einfordert, denn Merles Werdegang einfach so nebenbei lesen, das geht definitiv nicht!

 

Doch bei allem Lob, Verständnis und tiefem Respekt vor diesem Roman, kam auch ich an den Punkt, an dem ich Merles emotionalen Fall, bzw. ihre Handlungsweise kaum mehr ertragen konnte.

Auch ihr Entschluss, warum sie sich entschied Johannes, ungeachtet ihrer traumatischen Erfahrung(en), auf eine so lange Fahrt ins Ungewisse zu begleiten, erschloss sich mir anfangs nicht so recht, löste sich jedoch angesichts der weiteren Geschehnisse praktisch in Luft auf.

 

Im Nachhinein und im Ganzen gesehen, ist „Tränenperle“ ein sehr runder und absolut stimmiger Roman, in dem auch der Glauben einen angenehm feinen, aber nicht überbordenden Stellenwert einnimmt! Von daher ... alles richtig gemacht, liebe Christina Kunellis!!!

 

„Tränenperle“ sollte meiner Meinung nach, in keiner Klassen- und Schulbücherei fehlen, denn ich bin mir sehr sicher, Jugendliche, wie auch Erwachsene werden sich in Merles Gedanken- und Gefühlskarussel wiederfinden und aus ihrer Biografie Mut schöpfen.

 

Mich hat Christina Kunellis mit Merles Geschichte zu tiefst berührt; ein Gefühl als hätte die Autorin sich alles von der Seele und der 17-jährigen Merle auf den Leib geschrieben. Es fühlte sich beim Lesen an, als wären all ihre Erfahrungen, Emotionen, alle Höhen und Tiefen ihrer Arbeit mit verhaltensauffälligen Jugendlichen in Merles Geschichte miteingeflossen. Dieses Buch hat eine eigene Seele!

 

Authentisch, empfindsam und doch so voller Narben, Schmerzen, Härte, Kraft und stets ein letztes Quentchen Hoffnung, dass alles gut werden kann!

 

Was mir am nun bleibt ist ein, von Herzen kommendes „Hut ab“ vor der intuitiv einfühlsamen und sehr begabten Autorin und ihrem durch und durch überzeugenden Werk, das hoffentlich noch viele Menschen erreichen wird!!!

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