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INFOS

Mehr Gas – weniger Bremse

Lieder für die Männerseele. Der bekannte Lobpreis-Musiker Albert Frey veröffentlicht auf „wild & weise“ 7 brandneue Songs – sowie 7 Neuaufnahmen bekannter Klassiker wie „Für den König“. Bei diesem Album war es ihm wichtig, in Sachen Themenauswahl und Sound besonders Männer anzusprechen. Warum? Unser Interview gibt die Antwort.

Lieder für die Männerseele! Mit seinem neuen Solo-Album „wild und weise“ zielt Albert Frey in Sachen Sound und Themen-Wahl direkt auf das männliche Herz ab. Das finden wir spannend – und haben ihm zu seinem neuen Album ein paar Fragen gestellt.


Albert, wie kamst du auf die Idee, ein Album speziell für Männer aufzunehmen?

Ich habe mir selbst in meinen 30ern die Frage gestellt: „Wer bin ich als Mann in Gottes Augen?“ Ich habe Männerbücher gelesen und Männer-Seminare besucht, und auch tatsächlich mehr Bewusstheit und Selbstbewusstsein als Mann gewonnen. Dann begann ich, meine Erkenntnisse und Erfahrungen in meinen Liedern, auf Seminaren und Männerveranstaltungen und auch in einem Buch („Für den König“, SCM) weiterzugeben. Aber die entsprechenden Lieder waren immer auf verschiedenen CDs verstreut. So kam die Idee, alte und auch neue Lieder mit dieser „männlichen“ Ausrichtung auf einer CD neu aufzunehmen. Außerdem passt das Timing zu Andreas Sabbatjahr, einer Bühnen- und Studiopause, in der sie sich auf Inneres konzentriert, nachdem wir im letzten Jahr an unserem gemeinsamen Album „Komm zur Quelle“ viel zusammen gearbeitet haben. So hat alles seine Zeit.


... gibt es das „typisch Ma
nn“? In Sachen Themenauswahl – in Sachen Musikgeschmack?

Es ist natürlich ein Klischee: Männer mögen es rauer und direkter. Stimmt oft, aber nicht immer. Am letzten Wochenende habe ich zum ersten Mal das neue Programm gespielt. Eine Frau war ganz begeistert, meinte aber scherzhaft entrüstet: „Ich mag als Frau auch Rock!“ Die CD ist also sicher genauso für Frauen geeignet, die ja bekanntlich einen männlichen Anteil haben – und umgekehrt. Ebenso inhaltlich: Die Lieder sind auch was für Frauen. Und dennoch: Männer fühlen sich oft erst dann gemeint, wenn man sie besonders anspricht.

„Wild und weise“: So heißt deine CD – aber auch dein aktuelles Live-Programm ...

„wild & weise“ steht für die Spannung zwischen der Energie des jungen Mannes, Abenteuerlust, Echtheit, Radikalität – und der Erfahrung des älteren Mannes, der auf seiner Lebensreise gelernt hat, sich selbst zu beherrschen, Sinn zu finden, Andere zu sehen, eine tiefe Beziehung zu Gott aufzubauen. Beides brauchen wir!

Dein Album zeigt interessante neue Lieder wie „Kreuzbube und Herzkönig“ – aber auch Klassiker wie „Für den König“ als neue Aufnahmen. Was empfindest du nach so vielen Jahren, wenn du „Für den König“ für diese CD neu in Szene setzt?
 

„Für den König“ singe ich zusammen mit drei anderen Männern, sinnbildlich dafür, dass wir für den wahren König Jesus zusammenstehen, wie die Musketiere! Dieses erhebende Gemeinschaftsgefühl habe ich auch schon mehrfach auf Männerveranstaltungen erlebt, wo „Für den König“ zu einer Hymne christlicher Männer geworden ist. Die Aufnahme ist auch nicht so orchestral wie das Original, sondern rockiger, kerniger. Und so haben auch andere Klassiker eine neue Farbe bekommen, die ich sehr mag und die mich auch an meine „wilde“ Zeit oder besser: „wilde Seite“ erinnert.

Welche Themen, glaubst du, beschäftigen Männer besonders? Wie gehst du in deinen Liedern darauf ein?

Da ist die Frage nach Identität: Wer bin ich wirklich, jenseits meiner Rollen? Auch Gefährdungen, die aus unserer Sehnsucht nach Erfüllung entstehen, sind ein Thema: der Mann als Spieler, der zurückgezogene Mann, der gespaltene Mann – bis hin zum Doppelleben. Mein Ansatz ist nicht moralisch: „Du sollst nicht!“ Es geht um die Frage nach der tieferen Sehnsucht dahinter: Wie kann diese Sehnsucht von Gott her gefüllt werden? Deshalb ist mir auf dieser CD auch Lobpreis – der Blick auf Gott wichtig. Auch hier mit einem etwas anderen Akzent: Männer wollen gerne alles geben!


Einige Lieder werden auch von anderen Männern gesungen ...

Michael Janz hat zwei der Pop-Songs gesungen, die er mit seinen stimmlichen Möglichkeiten einfach besser rüberbringen kann als ich. Juri Friesen von der Outbreakband singt zwei Worship-Klassiker. Das finde ich ein schönes Zeichen: Jemand aus der nächsten Worship-Generation stellt sich dazu. Claus-Peter Eberwein hat zusammen mit Michael tolle Backing-Vocals gesungen, von mehrstimmigem Satzgesang wie im Classic Rock bishin zu epischen Männerchören – und eben ein Viertel von „Für den König“. Die Aufnahmen mit allen, auch den Musikern, haben mir viel Spaß gemacht. Es war schon ein wenig so, als wenn man mal mit mehr Gas und weniger Bremse fährt!

„Decke mich zu“ wirkt – vor allem neben den groß angelegten Songs - eher zerbrechlich ...

Ja, das war mir wichtig: Nicht nur die starke Seite soll zur Sprache kommen, sondern bewusst auch die schwache. Es geht um das verletzte Kind im Manne – oder der Frau. Es war ein Teil meines Weges, mich der seelsorgerlichen Aufarbeitung meiner Kindheit zu stellen und bei Gott in den Bereichen Trost zu finden, wo ich das als kleiner Junge nicht erlebt habe.Und das möchte ich besonders den Männern ans Herz legen. Viel Unheil in unserer Welt entsteht dadurch, dass wir als verletzte Kinder reagieren!Meine Frau Andrea ist mir dabei ein Vorbild. Es ist paradox: Erst der weise Mann, der seine weibliche Seite integriert und eine gewisse Selbsterkenntnis gewonnen hat, kann gut mit dem inneren Kind und der Energie des jungen Mannes umgehen und damit im besten Sinne „wild“ sein!

Das Konzertprogramm „wild und weise“ live erleben?
www.albert-frey.de

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